06.05.18 - Edinburgh - What a beautiful City!

Hach, ich wusste es schon gestern, in diesem herrlich großen Bett werde ich sehr gut schlafen und so war es dann auch. Um 7.20 Uhr werde ich kurz vor dem gestellten Wecker wach. Ein vorsichtiger Blick hinter den Vorhang zeigt einen strahlend blauen Himmel. Na perfekt, so kann der Tag beginnen.
Gegen 8.30 Uhr bringt uns der Aufzug nach unten zum Frühstück. Der Frühstücksraum ist ganz schön groß ob das hier tatsächlich mal so voll wird?
Das Buffett ist ähnlich wie in den Holiday Inns in den USA nur das wir hier kein Pappgeschirr bekommen. Markus schnappt sich 2 Croissants, 2 Würstchen und eine Monsterportion Rührei. Dazu gibt es Osaft und Latte Macchiato aus dem Kaffeeautomat. Wir futtern und beobachten die Leute um uns herum.
Am Nachbartisch sitzt ein Familienvater, der alle 2 min aufstehen muss um seinem höchstens 2-jährigen Sprössling nachzulaufen. Wir müssen grinsen, das kommt uns alles sehr bekannt vor.
Heute sind wir tiefenentspannt.

Gegen 9 Uhr checken wir aus und bekommen an der Rezeption noch eine Hotelbewertung vorgelegt. Markus vergibt spontan 10 von 10 Sternen - Naja, das unterschreibe ich so aber nicht. Das Hotel hier war schon ziemlich gut aber mehr wie ne 8 bekommen die nicht.
So, flott unseren Koffer ins Auto verfrachtet, dann kann es losgehen. Wir haben tatsächlich einen fast wolkenlosen blauen Himmel - herrlich nach dem Tag gestern.

Praktischerweise hat Markus unser USB Ladegerät für den Zigarettenanzünder mitgenommen, da kann ich doch direkt mal mein Handy und meine Gopro einstöpseln.
So, jetzt geht das Linksfahren und Gang rumrühren wieder los - ich hoffe, das Auto übersteht auch den heutigen Tag.
Unser erster Stopp ist das National Wallace Monument, das ganz in der Nähe ist. Hier hat der schottische Held William Wallace in 1297 seine Truppen in der Schlacht von Stirling Bridge zum Sieg geführt. Wer die Geschichte dazu nicht kennt, sollte sich mal den Film "Braveheart" mit Mel Gibson anschauen, der von diesem Helden handelt.

Wir haben heute keine Lust die 246 Stufen zu erklimmen und begrenzen unseren Besuch auf ein paar Fotos. Unsere Brigitte wird auf die Old Bridge von Stirling programmiert, denn schließlich müsste die ja hier auch irgendwo in der Nähe sein.
Irgendwo im Internet hatte ich davon mal ein paar Fotos gesehen, die ich sehr schön fand und wenn man denn schon mal hier ist. Allerdings zickt unser Navi mal wieder beleidigt vor sich hin und so landen wir wahlweise in irgendwelchen Sackgassen oder auf Parkplätzen wo wir gar nicht hin wollten. Menno, irgendwo hier muss das doch sein. Wir starten einen letzten Versuch und schon stehen wir genau da wo wir eigentlich hin wollten. Na also, warum nicht gleich so?
Oh, das sieht ja wirklich richtig schön aus und wir sind ganz allein mit dem Gezirpe von gefühlten 10.000 Grillen. In der Ferne trohnt das Wallace Monument auf den Hügeln und die Bäume am Ufer spiegeln sich idyllisch im Forth River.

Über das Kopfsteinplaster der historischen Brücke laufen wir auf die andere Seite und testen mal den Selbstauslöser der Gopro. Oh je, das müssen wir definitiv noch üben!
Das hier ist noch das beste Bild was dabei herauskommt.

Hach, voll schön hier. Wir spazieren noch zum Flußufer runter und bewundern den hübschen Kirschbaum, der gerade in voller Blüte steht. Natürlich machen wir auch von hier unten noch ein paar Fotos.
Leider ist der Vormittag alles andere als ideal zum fotografieren, denn die Sonne steht so ungünstig, dass wir volles Gegenlicht haben. Also wechsele ich nochmal die Seite der Brücke um das ganze von der anderen Seite zu versuchen. Markus hat keine Lust mehr und geht schon zum Auto vor. Aber der kurze Weg lohnt sich, von dieser Seite sieht die Sache schon viel besser aus.

So, jetzt aber nichts wie weiter Richtung Edinburgh, wir haben heute ja noch ziemlich viel vor. Bis nach North Queensferry fahren wir über die Schnellstraße.
Unsere Brigitte gibt sowas von zeitverzögert die Richtung vor, wirklich nervig. So können wir immer erst im letzten Moment reagieren. Es kommt wie es kommen muss, wir verpassen die Abfahrt. Menno! Immer dieses Gegurke, das kostet wirklich viel zu viel Zeit!
Gegen 11.30 Uhr erreichen wir endlich North Queensferry. Direkt nach dem Ortseingang werden die Straßen wieder deutlich schmaler und mal wieder schlechter. Es reiht sich Loch an Loch - mal ganz ehrlich, warum wird das hier nicht zeitnah repariert? Warum muss man damit warten bis die ganze Straße übersäht ist. Wir fahren also im vorsichtigen Zickzackkurs zum Public Parkplatz direkt am Ufer.

Hier, direkt in dem kleinen schnuckeligen Örtchen North Queensferry, spannen sich direkt 3 Brücken über die Nordsee. Die hübsche, historische Forth Road Bridge kann allerdings nur noch von Fußgängern, Radfahrern und von den öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt werden.
Markus hat mal wieder keine Lust zum Aussteigen aber ich möchte unbedingt noch bis zum Albert Hotel vorlaufen, das bereits seit 1824 geöffnet hat. Markus folgt mir mit dem Auto. Wie kann man nur so lauffaul sein?

Das Örtchen ist wirklich süß, viele enge Gässchen mit kleinen Geschäften. Man könnte glatt noch etwas mehr Zeit hier verbringen. Aber man braucht ja immer einen Grund um wiederzukommen.
Für uns geht es jetzt weiter. Kurz vor Edinburgh wird der Verkehr dichter. Puh, das ist ganz schön anstrengend. Bin ich froh, dass ich nicht fahren muss.
Schon beim Einfahren in die Stadt kommen wir durch Sträßchen mit vielen alten Häusern und Palästen. Was wir hier schon sehen, sieht auf jeden Fall sehr vielversprechend aus. Die kleinen bunten Pubs, die tollen Bauten, die vielen Geschäfte und dazu lacht die Sonne vom Himmel - hach ist das schön!
Da wir nicht die leiseste Ahnung haben wo wir Parken sollen, beschließen wir erst einmal zum Hotel zu fahren und unser Gepäck auszuladen. Vielleicht kann man uns an der Rezeption ja einen Tipp geben. Zu unserer Überraschung wird aber direkt vorm Eingang unseres Holiday Inn Express ein Parkplatz frei. Hm, ob man hier länger stehen darf. Die Schilder die hier stehen sind so wüst durcheinander, dass es alles und nichts heißen kann. Na mal sehen!

Wir durchsuchen unser ganzes Auto nach unserer Hotelmappe. Mist, so wie es aussieht haben wir die im Hotel in Stirling liegengelassen. Das ist mir ja noch nie passiert! Nur gut, dass ich die Flugtickets, die ich normalerweise auch immer in den Mappen drin hab, dieses Mal woanders hingetan hab. Das hätte ja gerade noch gefehlt. Naja, es geht zum Glück auch so und wir benötigen unsere Reservierungsnummer gar nicht.
Unsere Zimmer sind schon fertig, ja sehr gut, dann können wir zumindest schon mal das Gepäck hochräumen. Auf Nachfrage nach dem Parkplatz erfahren wir, dass wir dort tatsächlich stehen können. Zudem Sonntags auch noch kostenfrei! Na wenn das mal nicht richtiges Glück war!
Markus holt noch unseren Koffer aus dem Auto und ich reserviere in der Zeit schon mal den Aufzug. Zuerst mal das Gepäck im Zimmer abladen.
Der Flur im ersten Stock riecht nach neuem Teppichboden und überhaupt sieht alles neu oder auch frisch renoviert aus. Das Zimmer selbst hat ein dieses Mal ein normales Doppelbett und eine Schlafcouch. Außer dem etwas kleineren Bett ist die Einrichtung absolut identisch mit dem Hotel in Stirling - kennst du eins kennst du alle.

Wir machen uns schnell frisch und dann nichts wie ab in die City.
Mensch, ist das heute heiß! Der Hammer, was wir für ein Glück haben.
So, wohin gehen wir denn zuerst? Ein Blick auf den Plan und wir beschließen erst einmal zum Hard Rock Cafe zu laufen. Dazu müssen wir nur an der nächsten Querstraße, der Blackfriar Street, steil nach oben zur Royal Mile. Puh, das ist ja fast wie in Lissabon, bergauf, bergab. Damit hab ich hier gar nicht gerechnet. Wir kommen an ein paar Hostels vorbei, die von außen gar keinen schlechten Eindruck machen. Hm, das wäre vielleicht etwas für Michelle, der würde es hier auch gefallen.
Auf der Royal Mile steppt der Bär. Kein Wunder, alle sind bei dem schönen Wetter draußen unterwegs. Wir stürmen direkt den ersten Souvenirshop. Die Magnete, die es hier gibt hauen mich nicht wirklich vom Hocker. Schön ist anders. Markus schaut nach Whiskygläsern aber auch die sind viel zu kitschig. Na ja, ist ja auch das erste Geschäft, wir werden schon was finden.
Mann, ist das toll hier. Wir bekommen den Mund kaum zu. Die Gebäude sind der Hammer und der Flair der Stadt einfach unglaublich. An der nächsten Ecke steht ein Dudelsackspieler, dem wir erst einmal ne Weile zuhören. Eigentlich finde ich die Art von Musik ja nicht so toll aber hier passt sie wirklich richtig gut.

Wir halten uns rechts und schlendern die Cockburn Street nach unten. Hier gibt es unzählige Souvenirshops aber irgendwie haben die alle die selben Andenken. Hinter uns läuft eine Gruppe Schotten im Rock - sieht ja wirklich witzig aus mit den behaarten Männerbeinen.
Schon von weitem sehen wir das Scott Monument - das sieht ja von hier aus schon richtig gut aus. Das müssen wir uns gleich unbedingt nochmal von näherem anschauen!

Über die Waverley Bridge kommen wir über die Bahngleise drüber. Auf der anderen Straßenseite ist das wirklich wunderschöne Balmoral Hotel, das direkt neben der Waverley Station steht.

Kurz darauf sind wir am Scott Monument. Sehr schön, da packe ich doch glatt mal meine 360 Gear aus.

Die große Wiese hinter dem Monument ist übersäht mit Leuten, die es sich auf dem Gras gemütlich gemacht haben. Der Blick von hier unten in Richtung Edinburgh Castle hat schon was. Ja, ein wirklich nettes Plätzchen hier.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Princess Street befinden sich auch die ganzen großen Geschäfte wie H&M, Gap, Primark usw. Aber wir haben heute - man höre und staune - gar keine Lust zum Shopping, die Läden gibt es schließlich in jeder größeren Stadt, da ist uns die Zeit hier viel zu schade.
Google Maps lotst uns die South St. David Street hinauf zum St. Andrew Square. Nur noch einmal links abbiegen und schon stehen wir direkt vorm Hard Rock Cafe.

Hach, ich liebe Google Maps, das macht das Leben doch gleich viel einfacher und die Zeiten der Sucherei mit einer Karte sind Geschichte.
Oh Menno, jetzt weiß ich was ich vergessen hab: die ADAC Karte für den AAA Rabatt liegt im Hotelzimmer und zum zurückgehen ist es jetzt zu spät, ich glaube ich werde alt!
Der RockShop ist sehr klein aber es gibt ein paar schöne Citypins zu kaufen. Wir nehmen 1 für uns und 2 weitere für Susi und Adolf mit. Die Shirts und Pullis sind nichts besonderes und so bleibt es bei den 3 Pins. Markus bekommt trotz der nicht ganz erreichten 30 GBP das kostenlose Souvenir mit dem Hotelcoupon. Es gibt ein kleines Kletttäschen - nichts Tolles aber sehr praktisch zum transportieren der Pins. So, wohin als nächstes?

Die Old Town sah schon richtig Klasse aus, davon wollen wir unbedingt noch mehr sehen. Vorbei an der Scottish National Gallery bestaunen wir den großen Park Princess Street Gardens, in dem es auch viele Museen von Edinburgh gibt. Und über allem thront Edinburgh Castle.

Wir schieben uns den Berg nach oben warum muss es denn überall wo wir hinfahren immer bergauf gehen? Das Gebäude der University von Edinburgh, das hier im Hang steht, gefällt uns auch richtig gut. Davor mäht ein Roboterrasenmäher die Wiese, ganz schön fortschrittlich.

Direkt daneben ist ein Whiskyshop. Oh, Ablenkungsmanöver - Mist zu spät - Markus hat ihn schon erspäht. Das ist ja mal wieder was für meinen Mann, der muss den Laden natürlich genaustens inspizieren. Es gibt sogar seinen gesuchten MCCallan Whisky - allerdings nur als 18jährigen und die Flasche soll 180 GBP kosten! Never!

Im hinteren Bereich findet gerade ein Tasting statt. Markus schielt immer wieder ganz neidisch rüber. Nix, da es gibt jetzt nichts am hellichten Tag!
Wir schauen uns noch etwas um und sichten dann im Souvenirshop nebenan die Magnete. Menno, warum sind die alle nur so häßlich. Hoffentlich finden wir für die Mädels noch welche!
Weiter gehts. Am Ende der Straße, schauen wir auf die St. Giles Cathedral - oh, die sieht ja schön aus, da gehen wir mal rein. Wir kommen an riesigen, bunten Stahlschranken vorbei mit denen die komplette Mile abgeriegelt werden kann. Das sowas überhaupt nötig ist, ist wirklich schon traurig.

Der Eintritt in die Kathedrale ist umsonst aber fürs Fotografieren will man 2 GBP. Daran hält sich hier ganz offensichtlich keiner denn die Japaner stehen in Scharen mit ihren Handys und Tablets herum und knipsen was das Zeug hält. So ganz geheuer ist mir das nicht und so mache ich nur wenige Fotos vom Inneren. Die Kathedrale ist wirklich sehr beeindruckend. Vor allem die reichlich geschmückten Fenster sind der Hingucker.

In zahlreichen Nebenaltaren sind Sarkophage untergebracht und die Pfeiler im Altarraum von 1120 sind die ältesten baulichen Überbleibsel. Wahnsinn, wie alt das hier alles ist.

Wir schlendern etwas herum und verlassen die Kirche auf der anderen Seite. Hier findet gerade eine waschechte schottische Hochzeit statt. Die Männer tragen dabei alle einen traditionellen Kiltanzug. Der sieht ausnahmsweise gar nicht so schlecht aus. Der absolute Kontrast dazu ist eine Punkerin mit Hahnenkamm daneben, die Garn auf einer Spindel spinnt und dabei lauthals irgendwelche merkwürdigen Lieder singt.

An der nächsten Straßenkreuzung ist ein großer Menschenauflauf, was ist denn da schon wieder los? Oh, Straßenkünstler - cool. Eine ganze Weile schauen wir auch hier dem Treiben zu, wirklich toll!
Auf der anderen Seite entdecke ich plötzlich einen winzigen Gang, oh, was ist das denn? Ach, da sind ja ganz viele Gänge und von jedem führen mehere Treppenstufen nach unten zur "New Town" - sieht fast aus wie Geheimgänge so versteckt wie die sind. Wie das hier wohl früher ausgesehen hat?

Auf dem Weg zum Elephant House kommen wir an einem Fish & Chips Laden vorbei und da wir mittlerweile beide vom kleinen Hunger geplagt werden, müssen wir doch glatt mal eine Pause einlegen. Wir erwischen einen winzigen Tisch im Freien und bestellen 2x Fish & Chips. Wenn wir schon mal hier sind, muss man den doch wenigstens mal probieren!

Hach, ist das herrlich warm in der Sonne! Es ist sogar geradezu richtig heiß - Wahnsinn, damit hätten wir hier in Schottland nicht gerechnet!
Das Essen kommt schnell, hm, das sieht ja mal lecker aus. Und ich muss sagen es schmeckt auch richtig gut! Was geht es uns doch wieder gut.
Oh, hier gibts ja sogar Wifi, da muss ich doch glatt mal meine Mädels anschreiben ob unser Haus noch steht. Sieht allerdings so aus als kämen unsere Kids ganz gut ohne uns klar. Sehr gut!
So, kann es weitergehen? Markus zahlt noch 31 GBP und dann können wir los. Zum Glück, ich muss mich dringend bewegen.
Wir kommen an einer der zahlreichen Patisserie Valerie Läden vorbei. Was für eine Versuchung. Hm, lecker, die haben ja schöne Törtchen im Schaufenster liegen. Die sehen so gut aus, das wir dringend noch etwas davon zum Nachtisch mitnehmen müssen. Markus entscheidet sich für ein Vanille-Erdbeertörtchen und ich nehme einen Pecan-Walnuss Pie. Mal sehen wo wir nachher ein nettes Plätzchen zum Futtern finden.

Direkt daneben ist auch das Elephant House. Hier hat J.K. Rowling damals ihre Harry Potter Romane geschrieben. Jetzt, nachdem ich die Stadt hier sehe, wundert es mich überhaupt nicht mehr wo sie ihre Fantasie hernimmt. Die Häuser, der Flair und überhaupt die ganze Stadt hier geben dafür schon einiges her.

Wir bummeln weiter zum Greyfriars Place, der sich unmittelbar dahinter anschließt. Hier wurde dem Terrier Bobby ein Denkmal gesetzt. Der Hund hat 14 Jahre lang treu auf dem Friedhof nebenan am Grab seines Herrchens gewacht und wurde schließlich sogar dort beerdigt. Es heißt wenn man über seine Schnauze streichelt soll das Glück bringen. Sieht auch schon ganz schön abgewetzt aus aber gut schaden kann es nicht und so machen wir es den unzähligen Touristen vor uns nach.

Direkt neben dem Greyfriars Pub ist dann auch der Eingang des gleichnamigen Friedhofs. Der Greyfriars Kirkyard liegt am Ende des historischen Stadtzentrums. Seit dem 16. Jahrhundert finden hier Beerdigungen statt und eine Reihe prominenter Bürger der Stadt sind hier begraben worden.
Direkt hinter dem Eingang ist direkt das Grab von Bobby - übersäht mit Stöckchen.

Um den Friedhof ranken sich allerhand Gruselgeschichten, die von dem Mackenzie-Poltergeist berichten. Manche haben eine Fantasie - herrlich! Ich muss aber sagen, dass verschiedene Grabsteine schon gruselig aussehen. Warum verziert man Gräber mit Totenköpfen und Skletten?!

Der Friedhof liegt wirklich idyllisch ruhig und trotzdem mitten in der quirligen City. Wir schlendern herum und schauen uns die verschiedenen Grabsteine an, die alle eine lange Geschichte erzählen könnten. Sogar ein Stück der mittelalterlichen Mauer, der sogenannten Flodden Wall ist hier noch sehr gut erhalten zu sehen.

Direkt dahinter befindet sich ein Bereich in der Gräber zu finden sind, die J.K. Rowling vermutlich zu den verschiedenen Romanfiguren inspiriert haben. So unter anderem das Grab von Tom Riddle, der später zu Lord Voldemort wurde und das Grab des Poeten William McGonnagal.

Im hinteren Bereich des Friedhofs gibts dann noch die Reste des Covenanters Prison, in dem mehr als 400 Menschen unter unmenschlichen Bedingungen gefangengehalten wurden. Viele starben hier und wurden dann auf dem Kirkyard beerdigt. Leider ist der Teil mit einem dicken Schloß abgesperrt und wir können uns das ganze nur durch das dicke Eisentor anschauen.

Ein wunderschöner ausladener Kirschbaum direkt vor der Kirche, spendet Schatten an diesem heißen Tag und wir lassen uns gemütlich auf der Mauer darunter nieder. Ja, ich glaube, hier ist der perfekte Platz um unsere Törtchen zu verputzen. Hm, die sehen ja wirklich unverschämt lecker aus.

Und die schmecken - einfach himmlisch! Das war jetzt noch das I-Tüpfelchen obendrauf!
Nachdem wir alles in Ruhe verspeist haben, müssen wir mal wieder unter lebendige Menschen und beschließen nochmal zur Royal Mile zurückzulaufen.
Hier oben tobt der Bär, der Wahnsinn wieviel Leute hier unterwegs sind. Es reiht sich ein Geschäft an das nächste und mein Mann bleibt vor jedem einzelnen Whiskyshop stehen - Hilfe! So kommen wir nur im Schneckentempo weiter. Auch im Überfluss vorhanden sind hier Cashmeregeschäfte, Souvenirartikel, Kiltshops und allerhand Kitsch den kein Mensch wirklich braucht.

Die Straße gefällt uns richtig gut, das alte Kopfsteinpflaster und die tollen alten Gebäude, passen so gut hier in die Stadt. In Richtung Edinburgh Castle kommen wir an der Camera Obscura, dem Museum der Illusionen vorbei. In der Wand davor sind Verzerrspiegel eingelassen, die natürlich von einer ganzen Meute umgeben werden, die allerhand lustige Verrenkungen davor machen. Markus Aufmerksamkeit wird allerdings auf die andere Straßenseite gelenkt, hier befindet sich The Scotch Whisky Experience - ein überdimensionaler Whiskyshop auf mehreren Stockwerken. Oh je, das kann dann mal dauern.

Hier könnte man auch wieder eine Führung mitmachen, dafür haben wir aber heute keine Lust - vielleicht nächstes Mal. Markus hat es eher der Shop angetan in dem mehr als 400 verschiedene Single Malt Whiskys verkauft werden. Außerdem gibt es auch noch jede Menge Zubehör wie Gläser, Pipetten und allerhand sonstigen Kram - mein Mann im Paradies.
Auf einer großen Infotafel wurde jeder einzelne Whisky nach Geschmacksrichtung analysiert - sehr praktisch, so kann man schon mal eine Vorauswahl treffen. Er entdeckt ein paar Gläser in einem schönen Lederetui, das sieht auf jeden Fall mal richtig schön aus, die kommen schon mal mit.
Ich lasse ihn erst mal in Ruhe aussuchen und wende mich den Toiletten zu. Die Gelegenheit ist günstig.

Als ich wieder zurückkomme, steht er mit einem Arm voller Zeugs an der Kasse und freut sich wie ein kleines Kind. Er hat tatsächlich noch einen bezahlbaren McCallan gefunden und nebenbei noch gaaaaanz wichtiges Zubehör. Hurra, wir können weiter!

Nur ein paar Schritte weiter ist der Edingburgh Castle Gift Shop. Auf den ersten Blick ist er ganz überschaubar aber je tiefer wir hineingehen, desto größer wird es. Ich finde endlich 2 Magnete für meine Mädels, na was ein Glück!
Durch einen schmalen Gang in einen Hinterraum eröffnen sich erst die ganzen Dimensionen von diesem Souvenirshop. Das ist ja der Hammer wie weit es hier nach unten geht. Sogar einen offiziellen Harry Potter Fanshop gibt es. Da gibt es allerhand Blödsinn zu kaufen - was macht man bitte mit einem Zauberstab aus echtem Plastik für schlappe 50 GBP!
Auf der untersten Ebene befindet sich dann noch ein Nische mit mittelalterlichen Waffen und einem riesigen Cashmerestore. Hier könnten wir auch für viel Geld Fotos in echten schottischen Klamotten machen lassen. Na danke, ich kann mich gerade noch so beherrschen.

Um punkt 18 Uhr stehen wir pünktlich zur Schließung auf dem großen Vorplatz des Edinburgh Castle. Das hat den Vorteil, dass sich der Platz schlagartig leert und die paar Leutchen, die noch hier oben sind, verlaufen sich bei der Größe des Platzes.

Die Aussicht ist der absolute Hammer und so müssen wir direkt mal ein paar 360 Grad Fotos von hier oben machen. Auf der einen Seite blicken wir über die Stadt bis zu den Westhighlands und auf der anderen Seite auf die Neustadt und den Princess Garden.

Wahnsinn, wir groß die Burganlage hier ist und noch dazu ziemlich gut gesichert - wer da rein wollte und nicht erwünscht war, konnte sich mit Sicherheit die Zähne ausbeißen.

Wir machen in Ruhe jede Menge Fotos und bis auf eine Horde Asiaten, die hin und wieder quer durchs Bild laufen, sind wir fast ungestört.
Markus kann seine schwere Whiskytüte nicht mehr tragen und mein Handyakku gibt so langsam den Löffel ab. Daher beschließen wir erst mal kurz zum Hotel zurückzulaufen. Ich brauche definitiv einen Zusatzakku!

Gemütlich schlendern wir zurück und sind sogar überraschend schnell da. Dass das Hotel so zentral liegt, hätte ich gar nicht gedacht.
Nach 15 min Handyladen, Füße ausruhen und Pipipause will ich unbedingt noch auf den Caldon Hill. Markus hat keine Lust und protestiert lautstark aber da muss er jetzt durch, er hat seinen Whisky und ich will da jetzt hoch!
Menno, wir müssen uns beeilen, die Sonne steht schon ziemlich tief, los, schnell jetzt. Schnellen Schrittes marschiere ich voraus und mein Mann trabt mosernd hinterher.
Ziemlich schnell kommen wir auf die North Bridge, von der wir schon mal einen guten Ausblick auf unser Ziel haben.

Am Fuße der steil nach obenführenden Stufen, schüttelt Markus nur noch ergeben den Kopf. Los rauf da! Puh, ganz schön steil, gut, dass ich Fotos mache, so hab ich eine Ausrede wenn ich ab und an zum Luftschnappen mal stehenbleiben muss. Zum Glück hören selbst die schlimmsten Treppen irgendwann endlich mal auf. Oben angekommen, japse ich wie ein Fisch auf dem Trockenen - ich hasse meine Kondition!
Jetzt ist die Aussicht auf jeden Fall wohlverdient. Und die ist von hier oben wirklich verdammt schön!

Nur vom höheren Arturs Seat auf dem wir eine Völkerwanderung nach oben sehen können, hat man noch eine bessere Aussicht. Aber dafür ist dahin der Weg auch länger, das hätten wir jetzt so schnell nicht mehr geschafft.

Vom Nelson Monument herunter hätte man bestimmt auch noch mal ne richtig gute Sicht gehabt, aber das ist leider schon geschlossen.

Das Observatorium wird zur Zeit renoviert und eigentlich wollten wir uns daher auf den Säulen des National Monument niederlassen um von dort den Sonnenuntergang zu bewundern. Als wir allerdings davor stehen, ist das ganz schön hoch. Hier komme ich auch keinen Fall hoch - auf jeden Fall nicht ohne mir den Hals zu brechen. Hm, auf dem Foto jetzt sieht das eigentlich wieder ganz easy aus aber als ich davor stand, gab es nirgends einen kleinen Absatz wo man sich auch nur annähernd nach oben ziehen konnte.

Ich wandere um das Monument herum und gehe wieder nach unten zum Tempel - hach, ist das schön hier! Gut, dass ich drauf bestanden hab hier hochzulaufen. Ich finde, da hätten wir sonst was verpasst. Selbst Markus muss zugeben, dass es hier oben richtig schön ist.

Als wir langsam wieder die Treppen nach unten steigen, kommt uns ein völlig zugedröhnter Obdachloser hinterher der viel dummes Zeug redet und sich schwankend jedem in den Weg stellt. Er ist wohl in einer der am Weg wachsenden, blühenden Dornenhecken gefallen und hat sich dabei Hände und Knie blutig geschrammt. Aber davon bekommt er wohl in seinem Suff überhaupt nichts mehr mit.
Ja, die Hecken sehen von weitem richtig harmlos und schön aus aber die Biester sind ganz schön stachelig!

So, jetzt können wir den Abend gemütlich ausklingen lassen. Wo könnte man das besser als in der Grassmarket Street? Da müssen wir erst mal eine ganze Weile hinlaufen, denn die Straße ist natürlich genau entgegengesetzt vom Calton Hill. Aber es lohnt sich. Auf dem mittelalterlichen Marktplatz mit den historischen Gebäuden, reiht sich ein bunter Pub an den anderen und das Schönste ist: alle haben Tische draußen stehen, so gefällt uns das.

Wir entscheiden uns für das White Heart Inn, in dem gerade als wir vorbeigehen ein Tisch frei wird. Prima, der ist uns!
Markus geht nach drin um uns etwas zu trinken zu organisieren während ich unsere Plätze verteidige. Nach mehreren Minuten kommt er unverrichteter Dinge zurück. Angeblich bekommt man draußen nichts mehr weil sie in einer halben Stunde schließen. Hä? Hier draußen ist es brechend voll und alle haben Gläser vor sich stehen. Er versucht es gleich nochmal und diesmal kommt er tatsächlich freudestrahlend mit 2 gekühlten Getränken wieder. Na bitte, geht doch. Wer weiß, was mein Mann da beim ersten Mal verstanden hat.
Ah, was tut die eiskalte Cola meinem staubtrockenen Hals gut - genial!

Wir genießen den schönen Abend in der lauen Luft und lassen es gemütlich ausklingen. Wahnsinn, den Pub hier gibt es tatsächlich schon seit 1615! Um 22.15 Uhr wird es langsam frischer und wir brechen auf. Das Schild, dass wir vor dem Pub entdecken ist megawitzig und so wahr. Aber seht selbst.

Wir gehen noch bis zum Ende der Straße durch und stehen am Fuß des Edinburgh Castle.

So langsam werden wir müde, der Tag war dann doch wieder ganz schön lang gewesen. Unterwegs zum Hotel kommen uns mehrere Krankenwagen und Polizei mit Blaulicht entgegen, die alle vor einem Open Air Fest stoppen. Oje, was ist denn da wieder passiert? Ich hoffe es ist nicht so schlimm wie es aussieht.
Hinter einem Torbogen entdecken wir noch eine richtig witzige Wanddeko. Wer bitte schön kommt auf so ne verrückte Idee?

Nur ein paar Meter weiter sind wir dann endlich zurück in unserem Hotel. Die Nachtschicht der Rezeption hängt gerade ein "No Vacancies" Schild ins Fenster. Gut, dass wir alles vorher reseviert haben.
Müde schleppen wir uns auf unser Zimmer. Wir surfen noch etwas im Internet bevor gegen 23.30 Uhr das Licht ausgeht.

Wetter: tolles Sommerwetter mit tagsüber 27 Grad
gefahrene Kilometer: 80 Kilometer
gelaufene Kilometer: 15 Kilometer und 150 Höhenmeter
Highlight des Tages: Old Town Edinburgh - eine wirklich tolle City!
Hotel: Holiday Inn Express Royal Mile
Preis: 129 €
Hotelbewertung: sehr zentral gelegenes, frisch renoviertes Hotel. Zimmer sind von der Größe ganz o.k. und sehr sauber. Frühstücksraum ist etwas zu klein für die Größe des Hotels. Auswahl des Buffetts ist Holiday Inn Standard. Parkplätze vor der Tür allerdings unter der Woche zu teuer. Parkhaus befindet sich fußläufig um die Ecke und als Gast vom Hotel bekommt man hier Prozente.
Wir würden hier jederzeit wieder übernachten.