08.10.2017 - Funny sledding at the white Dunes

Der lange Tag von gestern fordert heute seinen Tribut und so liege ich bis 7.30 Uhr im komatösen Schlaf. Ein verschlafener Blick auf meine Handyuhr schreckt mich hoch und während ich unter die Dusche springe, weckt Markus die Mädels.
So richtig kommt aber keiner in die Puschen. Erst als ich damit drohe, dass es gleich kein Frühstück mehr gibt, kommt endlich Bewegung in die Bande. Ich sag ja, mit Essen bekomme ich sie immer!
In nur 20 min sind die Beiden fertig, wenn das mal kein neuer Rekord ist.
Mal vorsichtig aus dem Fenster schielen - oh, fein, das Wetter spielt wieder mit und die Sonne strahlt mir von einem wolkenlosen Himmel entgegen!
Gegen 8.15. Uhr können wir frühstücken gehen.
Der Breakfast Room ist um diese Uhrzeit gar nicht so voll wir ich es erwartet hätte aber wahrscheinlich sind auch heute die meisten Gäste auf der Morning Session des Balloon Festivals.
Der überdimensionale Fernseher an der Wand überträgt Live Bilder vom Festival - hach, schön! Oh, da ist ja der Motorradballoon von gestern in der Luft - also doch nicht nur Deko. Das Teil fliegt tatsächlich, Wahnsinn!
Eine Angestellte füllt die Omlettes nach, mmh, lecker. Das ist doch jetzt genau das Richtige. Dazu gibt es Toast und Bagels mit Marmelade und natürlich Kaffee und O-Saft und schon ist die Welt in Ordnung.

Eine halbe Stunde später sind wir wieder im Zimmer. Schnell beseitigen wir unser Chaos und räumen alles zusammen. Warum nur sehen unsere Zimmer nach nur 2 Nächten immer so aus als hätte ne Bombe eingeschlagen? Ist mir echt unverständlich zumal wir ja kaum da sind.
Markus organisiert uns einen Kofferwagen und Melina holt noch Ice für unsere Kühlbox. So - jetzt nochmal schnell auf die Toilette und dann kanns losgehen. Leider habe ich die Rechnung ohne mein Kind gemacht, die mir glatt die Toilettentür vor der Nase zumacht - Menno! Es dauert gefühlte Stunden bis sie endlich fertig ist. Na ganz toll, jetzt haben wir auch noch eine plugged Toilet - warum eigentlich immer wenn ich mal dringend muss. Ganz toll!
Um das Problem muss sich leider Markus kümmern, ich flitze schnell mal auf die Restrooms in der Lobby sonst passiert hier gleich ein noch viel schlimmers Unglück.
Das nächste Mal bin ich Erster, das sage ich dir!
So, endlich kann es losgehen, ich mache noch ein paar letzte Fotos von der Poolanlage während Markus das Gepäck einlädt und dann alles einsteigen und Türen schließen.
Wir fahren durch die Vororte von Albuquerque als Markus beschließt lieber nochmal zu tanken bevor es raus aus der Zivilisation geht.
Oh, wie praktisch, da ist ja ein Walmart gegenüber der Tankstelle, dann können wir ja eigentlich auch zuerst noch Grillsachen kaufen.
Gesagt, getan, wir schnappen uns einen der riesigen Einkaufswagen und stürzen uns in den Markt.
Markus macht sich auf die Suche nach Grillkohle und ich kümmere mich um Fleisch und Brot. Die Mädels sind für Chips und Salate zuständig. Warum sind diese Märkte nur immer so verdammt groß. Irgendwie wird mein Wagen da immer viel voller als ich es eigentlich will.
Lissy liebt die Klamottenabteilung und hat natürlich mal wieder eine schöne graue Kuscheljacke für günstiges Geld entdeckt. Melinas kauft noch ein Mitbringsel für ihre beste Freundin Lara und Lissy jede Menge der günstigen EOS Labellos.
Oh, was sehe ich denn da? Blackmask im Angebot? Na, das ist ja genau das Richtige für Markus, der auch gleich 2 riesige Packungen davon im Wagen versenkt.
Am Ende landen wir in der Halloweenabteilung. Ich staune mit den Mädels was es hier so alles gibt. Wahnsinn, was für ein Dekokram!
Markus kommt um die Ecke und ich lasse vor Schreck fast die Kamera fallen.

Mein Gott, sieht ja gruselig aus! Da hilft noch nichtmal mehr die Köklinik, du liebe Zeit!
Er probiert sich noch durch mehrere Masken aber die hier hat wirklich alles getoppt.
Ich entdecke etwas für den Adventskalender der Mädels und als die Beiden nicht hinsehen, packe ich es einfach unbemerkt in den Wagen.
Oh Mann, was bitte schön haben wir schon wieder alles für 180 $ gekauft? Walmart Einkauf ist einfach immer viel zu teuer und wir brauchen auch immer ewig. Wenn es nicht so einen Spaß machen würde!
So, jetzt aber mal zu unserem eigentlichen Vorhaben. An der Tanke gegenüber wird unser Auto verwöhnt. Fein, dann kanns ja endlich weitergehen.
Unterwegs schreibe ich meinen Reisebericht von gestern nach. Melina liest mal wieder im Kindle und Lissy spielt mit ihrem Handy herum.
Die Landschaft wird schnell karger und nur noch vereinzelt stehen Häuser am Straßenrand. Markus hält mitten im Nichts - hm, und nun? Er muss mal für kleine Jungs - warum haben es Männer da nur so viel einfacher?
Allerdings kommt er ziemlich schnell hüpfend und fluchtend wie Rumpelstilzchen wieder zum Auto gerannt - was ist denn jetzt passiert? Er hat wohl ein Ameisennest erwischt; die riesigen roten Ameisen fanden das nicht ganz so witzig und haben ihm zu Dank die Beine und Füße zerbissen. Ich sag ja, 1000e Quadratmeter unberührtes Land und mein Mann trifft den wahrscheinlich einzigen Ameisenhaufen, den es hier gibt!
Kurze Zeit später taucht in der Ferne ein großes schwarzes Feld auf. Oh, was ist denn das? Markus vermutet schon einen Wald aber das kann nicht sein, ist doch viel zu schwarz!
Tatsächlich erreichen wir schon bald darauf riesige Lavafelder. So weit das Auge blicken kann schwarze Steine. Und so schnell der Spuk aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder vorbei.
Eine halbe Stunde später erreichen wir dann endlich das White Sands National Monument. Fein, darauf hab ich mich schon richtig gefreut.
Auf dem Parkplatz vorm Visitor Center ist ganz gut was los und wir müssen in der letzten Ecke parken. Als wir die Tür aufmachen, erschlägt uns die Hitze. Der Wahnsinn wie heiß das hier ist. Ein Blick auf unser Thermometer zeigt 35 Grad. Ganz nach Markus Geschmack - aber ihm kanns ja nie warm genug sein.

Nach den üblichen Fotos schauen wir uns im Visitorcenter um. Auf dem Gang zum Giftshop ist ein Tisch mit Fellen und Tiergebissen aufgebaut. Ein Ranger erklärt den Kids dass all diese Tiere hier im Park leben. Die Felle sind soooo schön weich und wir bestaunen ein gefährlich aussehendes Gebiss. Der Ranger erklärt uns, dass es vom American Badger stammt - hm, jetzt müsste man nur noch Englisch können! Er holt kurzerhand Schautafeln heraus - ah, ein Dachs - wieder was gelernt.
Im Souvenirshop ist die Hölle los. An der hinteren Kasse hat sich eine lange Schlange gebildet, was ist denn da los? Oh, Schlitten? Wie cool - sowas will ich auch, schnell mal die Preise gecheckt. Die riesigen Poporutscher kosten hier 15 $ und man kann sie am Ende gegen Vorlage des Bons wieder abgeben und bekommt 5 $ zurück. In einem der Räume gibt es auch bereits benutzte Rutscher für 10 $ und 3 $ Cashback. Das ist ja wirklich nichts gegen zu sagen wenn denn nur die Schlange nicht so endlos lang wäre. Eine Frau am Eingang sieht wohl, dass ich sehr unentschlossen bin und fragt mich kurzerhand ob ich nicht ihren Schlitten für 5 $ haben möchte, dann müssten wir beide nicht anstehen. Ja klar will ich! Ich drücke ihr die 5 $ in die Hand und die Mädels freuen sich wie Schneekönige.
Markus wartet vorm Laden auf uns - na fein, dann kann er ja den Schlitten bewachen. Die Mädels schauen sich noch die Magneten an, während ich an einer Souvenirkasse noch Wachs für den Schlitten besorge. Melina findet die Magneten total schön aber viel zu teuer und kauft sich daher schweren Herzens keinen. Sehr schön, dann hab ich ja wieder was für den Adventskalender und schmuggele ihn heimlich mit zur Kasse.
Jetzt aber nichts wie ab in den Park!
Am Kassenhäuschen bekommen wir nach Vorlage unseres Annual Passes auf Anfrage einen ganzen Stapel Prospekte für den Schulunterricht in die Hand gedrückt und werden durchgewunken.
Oh, ist das cool hier.
Nach etwa 2 Kilometer wird die Straße unpaved und wir fahren auf festem weißem Sand. Die Sanddünen links und rechts leuchten uns in blendenem Weiß entgegen. So schön, hab ich mir das hier gar nicht vorgestellt!

Nur wenige Meter weiter schauen aus den schneeweißen Dünen die Dächer der Grillplätze heraus - ja, da hier sind wir richtig.
Markus biegt von der Hauptstraße ab und schon stehen wir umgeben von Sand auf einem richtig schön angelegten Grillplatz.
Hier ist ganz gut was los. Am anderen Ende wird ein Kindergeburtstag gefeiert und es sind einige Familien da, die sich sogar einen Pavillon für ein nettes Schattenplätzchen aufgebaut haben.
Die Mädels wachsen den Schlitten und stürmen direkt los die Dünen hinauf.

Während Markus den Grill anschmeißt, folge ich den Mädels um ein paar Fotos zu machen. Der Sand ist butterweich und bei jedem Schritt nach oben rutscht man einen halben wieder zurück. Puh!
Die Mädels haben den Spaß allein und rutschen abwechselnd kreischend die Dünen runter - ein toller Spaß!

Schlitten fahren in Shorts und noch dazu barfuß ist viel cooler wie mit dicken Klamotten und Schneeschuhen.
Ich mache jede Menge Fotos, hier gefällt es mir wirklich richtig gut! Die Mädels toben noch herum und ich gehe mir mal anschauen was mein Mann so alles angestellt hat.
Der hat bereits Feuer unter der Holzkohle gemacht und da es sehr windig ist, kann er gerade noch zur Seite springen bevor er sich sein T-Shirt abfackelt. Sowas hätte uns gerade noch gefehlt.
Mmh, das riecht aber auch sooo gut!

Durch den Wind wird das Feuer so angefacht, dass das Essen ratzfatz fertig ist. Schon nach 7 Minuten sind die Würstchen gut - alle Essen fassen!
Melina und Lissy können sich kaum vom Schlitten trennen aber der Duft lockt sie letztendlich dann doch an. Schnell den Tisch mit allen Köstlichkeiten gedeckt. Mmh, sieht das gut aus!

Wir futtern unsere Steaks und Würstchen mit leckerem Baguette Brot. Hm, ich muss sagen, die Steaks vom letzten Mal, die wir frisch an der Theke gekauft haben, waren um Längen besser. Hier die sind bei Weitem nicht so zart aber geschmacklich sind auch die hier richtig gut. Als Nachtisch grillen wir wieder Marshmallows und machen uns leckere S´mores. Hach, war das gut!
Während die Kids ein letztes Mal zum Rutschen abgedüst sind, packen wir unsere Picknicksachen wieder zusammen.

Kurz darauf sind wir unterwegs zu den Alkali Flats, ganz am Ende der Straße. Meine Güte, was ist der Parkplatz voll.
Die Familie im Auto neben uns wir gerade von einem Nachbarfahrzeug mit Wasser versorgt, die haben sich wohl total mit ihrem Wasservorrat verschätzt - ja, hier ist es ganz schön heiß und dazu der trockene Wind - ohne Getränke geht wirklich nichts!

Schade, dass es für den Trail hier schon zu spät ist. So wandern wir nur etwas in den Dünen herum und genießen die Stille. Wirklich schon unheimlich wie ruhig das hier ist. Der Sand verschluckt so ziemlich alle Geräusche.
Hier kann man um einiges besser laufen, der Sand hier ist lange nicht so weich sondern eher fest und teilweise richtig hart.
Ich liebe die Wellen in den unberührten Sandabschnitten und muss natürlich auch hier einige Fotos machen.

Die Hügel hier oben sind auch um einiges steiler und die Mädels rutschen noch ein paarmal mit ihrem Schlitten - das Teil geht ganz schön ab, mein lieber Mann!

Die Aussicht auf dem Kamm der Düne ist wirklich atemberaubend schön - was für eine unwirkliche Landschaft!

Die Mädels wollen unbedingt noch ein paar Sprungbilder auf den Dünen haben und machen allerhand lustige Verrenkungen bis die Fotos endlich so geworden sind, das es ihnen gefällt.

Wir beobachten einen dicken schwarzen Käfer, der auf dem schneeweißen Sand ganz schön auffällt. Tarnung gleich Null.

Wie aus dem Nichts zieht auf einmal ein Sandsturm auf, der ziemlich schnell immer schlimmer wird - huch, wo kommt das denn jetzt her? Die Sandkörner stechen wie Nadeln in die Haut und wir treten schnell den Rückzug an.
Auf dem Weg zum Auto kommt uns eine Familie mit 2 kleinen Jungs entgegen. Da wir den Park jetzt verlassen, schenken die Mädels ihnen den Schlitten. Die Beiden freuen sich riesig und rutschen direkt mal den Hang damit runter.
Wir genießen die letzten Minuten im Park - schade, schon wieder ein schönes Ziel vorbei.

Da es im Park keine Loop Road gibt, fahren wir auf derselben unpaved Road wieder zurück. Die Sanddünen fliegen an uns vorbei und wir beobachten die unzähligen Familien, die auch jetzt noch die Berge runterrodeln. Hach, war das schön!
Am Nature Pfad beginnt gerade eine geführte Ranger Tour, schade, dass dafür unsere Zeit nicht mehr reicht.
Wir haben noch einiges an Strecke vor uns und verlassen den Park auf der US70 in Richtung San Andreas Mountains, die wie spitze Zähne am Horizont aus der Landschaft herausragen.
Die Sonne steht schon ziemlich tief und wir sind noch nicht lange unterwegs als sie hinter den Bergen verschwindet.

Wir kommen an der White Sands Missle Range vorbei. In der Ferne können wir die Militärgebäude erkennen. Überall am Straßenrand stehen Warnschilder wegen der Raktentests die hier in regelmäßigen Abständen stattfinden. Am Ende der Straße wurde sogar eine Raktenspitze aufgestellt - ganz schön verrückt die Amis.
Die Strecke ist landschaftlich wunderschön und führt uns über eine Passstraße quer durch die Berge. Als wir über den Pass ins Tal fahren, ist die komplette Umgebung in rote Farbe getaucht - Wahnsinn, was für ein Sonnenuntergang!

Kurz vor Las Cruces kommen wir an eine Grenzstation der Borderpatrol. Alle Fahrzeug müssen anhalten. Jedes Fahrzeug wird im vorbeifahren fotografiert - was für ein Aufwand.
Wir werden von ein paar finster aussehenden Border Patrol Officer gefragt ob wir American Citizen sind. Nö, sehen wir etwa so aus? Unsere Pässe sind im Kofferraum und Markus muss sie tatsächlich hervorkramen. Währenddessen kommt bestimmt dreimal einer zu uns Mädels nach vorne und leuchtet uns mit Taschenlampen ins Gesicht - das ist ja wie bei einer Verbrecherjagd!
Ich hab ja gleich gesagt, Markus soll sich rasieren, mit seinem 3-Tagebart sieht er aus wie ein Bandit.
Nach gründlicher Überprüfung dürfen wir dann aber doch weiterfahren - puh, hier möchte ich kein Mexikaner sein!
Der Himmel leuchtet noch immer in allen Farben.
Gegen 19.30 Uhr ist das Spektakel dann vorbei und wir fahren durch tiefschwarze Nacht - so langsam könnten wir dann mal ankommen.
Zum Glück ist es nicht mehr weit, nur noch 5 min bis Deming. Die Mädels drehen auf dem Rücksitz gerade auf und gehen mir so ziemlich auf den Keks - wird definitiv Zeit, dass wir da sind.
Um 20 Uhr sind wir im Best Western Southwest Inn.
Während Markus einchecken geht, schauen die Kids nach dem Pool. Hm, leider wegen Reinigung geschlossen, na toll! Da hätten wir doch jetzt glatt noch ne Weile schwimmen können und dann ist der Pool leer!
Markus kommt mit dem WLan Passwort zurück, ich bin noch nicht ganz eingeloggt als mein Whats app verückt spielt und ich bing, bing, 19 Nachrichten habe - du meine Güte, was ist denn jetzt passiert?
Na prima, Michelle hat sich zuhause ausgesperrt und den Schlüssel von Innen stecken lassen. Zu allem Überfluß ist heute auch noch Sonntag und in Deutschland auch schon Abend - fantastisch! Gut, das wir dafür einen Schutzbrief haben, hoffentlich hat sie daran gedacht. Mann oh Mann!
Wir räumen noch schnell das Auto leer und ich chatte in der Zwischenzeit mit unserer Großen um zu erfahren wie der Spaß ausgegangen ist.

Das reicht heute abend definitiv an Aufregung und wir surfen noch etwas im Internet und chillen beim Zappen durch die amerikanischen Fernsehprogramme.
Um 00.30 Uhr geht dann für heute das Licht aus.

Wetter: morgens in Albuquerque sonnig und frische 10 Grad, mittags im White Sands 35 Grad
gefahren Kilometer: 560 Kilometer
Highlight des Tages: White Sands National Monument
Hotel: Best Western Southwest Inn, Deming
Preis: 55,20€
Hotelbewertung: typisches Motel mit Parkplätzen vor der Tür. Alles ebenerdig. Zimmer sauber und von der Größe völlig ok.
Frühstücksraum hinter der Lobby relativ klein aber genügend Auswahl.
Pool war leider zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht gefüllt. Für 1 Nacht würde ich das Motel wieder buchen.